Wellen lesen, Take Off Timing und Positionierung: Mehr Wellen bekommen

Wellen zu bekommen ist so eine Sache und hat ein wenig was von Trial and Error. Denn jede Welle ist einzigartig und unterscheidet sich von den anderen. Das Lesen des Ozeans ist einer der wichtigsten Skills für jeden Surfer. Je besser und eher du die Wellen ausmachen und deuten kannst, desto mehr wirst du bekommen und surfen. Genauso kommt es auf die richtige Position und das perfekte Timing an.
Mit den folgenden Hinweisen sollte es Dir gelingen, künftig mehr Wellen zu bekommen und zu surfen.

Wellen lesen: Lernen die Wellen richtig zu deuten

Erfahrung spielt beim Wellen lesen die wahrscheinlich größte Rolle. Aber wenn du auf die richtigen Dinge achtest, kannst du auch als Anfänger schnell lernen die Wellen abzuschätzen und deine Wellen-Ausbeute erhöhen.

Genau Beobachten und richtig Positionieren

Beobachte den Spot eine Weile, bevor du überhaupt ins Wasser gehst. Warte mindestens ein Set ab, um die Konditionen richtig einzuschätzen. Schau dir an, wo die meisten Wellen brechen und suche Dir Referenzpunkte an Land – ein Gebäude, ein Sonnenschirm oder eine Palme, die du vom Wasser aus gut sehen kannst. Paddel dann ins Line up. Es ist hilfreich, wenn du dich dabei an anderen Surfern orientierst. Die Wellen sollten drei bis fünf Meter vor deiner Sitzposition brechen. Das gibt dir genügend Zeit dein Board zu drehen und zu paddeln. Setz sich auf dein Surfboard und beobachte den Horizont. Halte Ausschau nach Swell-Linien und warte auf das Set.

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Mach deine Welle so früh wie möglich aus. Je eher du dir eine Welle rausgesucht hast, um so mehr Zeit hast du dich vorzubereiten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Shallow oder Mellow: Wie steil bricht die Welle und wie viel Power hat sie

Grundsätzlich gilt: je steiler die Welle bricht, umso mehr Power steckt hinter ihr und desto schneller musst du mit deinem Take Off sein. Ob eine Welle steil oder flach bricht, kannst du gut von der Seite sehen. Das machst du am besten schon während du rauspaddelst. Aber auch im Line Up, wenn du frontal auf die Welle schaust, erkennst du, ob sie shallow (steil) oder mellow (flach) bricht. Achte auf den Bereich unter der Lippe. Je dunkler er ist, desto hohler wird die Welle brechen.

steil oder flach: so bricht die Welle

Right-hander, Left-hander oder Close Out – so erkennst Du, wie die Welle bricht

Du solltest immer in die Richtung surfen, in der die Welle bricht. Ob eine Welle nach rechts, links oder zu beiden Seiten (Split-Peak oder A-frame) bricht oder zu einem Close Out wird, kannst du mit ein wenig Übung schnell erkennen. Mache zunächst den höchsten Punkt der Welle aus. Right-hander oder Left-hander haben von diesem Punkt aus eine gerade und eine abfallende Seite. Die Welle bricht zu der Seite mit dem steileren Winkel.

right-hander erkennen

left-hander erkennenA-frames oder auch Split-Peaks brechen zu beiden Seiten. Diese erkennst du daran, dass es keine steilere Seite gibt, sondern beide Seiten vom höchsten Punkt aus in etwa gleich aussehen.

diese Welle ist ein A-frame oder Split-Peak, erkennen wie die Welle bricht

Close-out Wellen solltest du gar nicht erst anpaddeln. Diese Wellen brechen in ihrer gesamten Länge über die Lippe. Außer Weißwasser wirst du nichts surfbares bekommen. Du erkennst Close-Out Wellen daran, dass es keinen höchsten Punkt und keine abfallenden Seiten gibt. Die Wellenlinie verläuft parallel zum Horizont.

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Take Off Timing und Position: So bekommst Du die Welle

Du hast dir eine Welle rausgesucht und weißt, wie und wo sie brechen wird. Nun lass deine Welle nicht mehr aus den Augen. Bringe dich so schnell wie möglich in die beste Position. Der Peak ist der steilste Punkt der Welle. Hier bekommt dein Board den besten Schwung. Dort solltest du hin paddeln.

Die richtige Position in der Welle und das richtige Timing für den Take Off

  • Starte zu paddeln, wenn die Welle circa drei Meter hinter dir ist.
  • Behalte die Welle weiter im Auge und schaue immer wieder zurück.
  • Baue mit kräftigen, tiefen Zügen genug Geschwindigkeit auf, dass die Welle Dich mitnehmen kann.
  • Wenn Du merkst, dass sich Dein Tail leicht anhebt, ist die Welle unter dir. Jetzt gib noch mal alles. Paddel noch drei, vier Mal so kräftig du kannst.
  • Beginnt Dein Board zu gleiten, steh in obersten Drittel der Welle auf. Wenn Du zu spät aufstehst, machst du einen Nosedive oder kommst nicht mehr in das open face, den grünen Teil der Welle.

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Mit diesem Wissen solltest du künftig mehr Wellen bekommen. Dennoch: Das Wellen lesen musst du über viele Jahre hinweg perfektionieren und beginnen ein Auge dafür zu entwickeln. Aber es lohnt sich! Durch die Wahl der richtigen Wellen wirst du weniger Wipe Outs haben, länger im Wasser durchhalten und definitiv mehr Spaß haben.

Viel Erfolg bei der Wellenjagd!

 

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